Hallo,
ich muss heute an dieser Stelle mal meine Gedanken zum Thema “Margot Käßmann und ihre Alkoholfahrt” loswerden.
Ich habe jetzt einige Artikel und die dazugehörigen Kommentare im Netz gelesen, die teilweise den Eindruck einer mittelalterlichen Hexenjagd erwecken. Da scheinen viele nur darauf gewartet zu haben, dass diese Frau sich einen Fehler erlaubt , um sich auf sie zu stürzen.
Nicht, dass Sie mich jetzt falsch verstehen: Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt und muss entsprechend geahndet werden, keine Frage.
Es wurde ja auch bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, also wird sie ihre rechtmäßige Strafe bekommen. Und davon abgesehen, ist sie meiner Meinung nach mit dem Medienhype um diese Sache genug gestraft.
Frau Käßmann hat ihren Fehler eingeräumt und zutiefst bedauert (was ich ihr auch glaube) und hat die rechtlichen Konsequenzen zu tragen. Punkt.
Aber keiner von uns weiß, welche Umstände dazu geführt haben. Ich glaube nicht, dass sie sich mal eben die Birne zugedröhnt hat, um dann mit dem Auto zu fahren. Und verwunderlich finde ich auch, dass sie auf der “Privatfeier” niemand daran gehindert hat, ins Auto zu steigen. Mit 1,54 Promille ist man doch schon ganz schön angeschickert. In meinem Bekanntenkreis wird das so gehandhabt, dass man denjenigen vom Fahren abhält, wenn er denn nicht selbst drauf kommt, das Auto stehen zu lassen.
Mir kommt das alles etwas seltsam vor, aber egal. Das alles ändert für mich nichts daran, dass sie bisher eine wirklich gute und engagierte Arbeit geleistet hat. Ich habe auch größten Respekt für die Art und Weise, wie Frau Käßmann öffentlich Stellung bezieht, sei es zum Thema Afghanistan oder auch zu ihrer eigenen Scheidung.
So gesehen, ist der Vorfall doch ein gefundenes Fressen für die, denen Margot Käßmann schon länger ein “Dorn im Auge ” ist und die sie gern loswerden wollen.
“Die Zeit” (www.zeit.de) schreibt online:
Wie es in einer Erklärung hieß, überlasse der EKD seiner Vorsitzenden die “Entscheidung über den Weg, der dann gemeinsam eingeschlagen werden soll” und zwar in “ungeteiltem Vertrauen”.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Für mich heißt das soviel wie: Frau Käßmann soll ihren Rücktritt selber bekanntgeben.
Soeben lese ich, dass sie dies getan hat. Sehr schade.
Ihre Janet